Besonderes elektronisches Anwaltspostfach: Das sind die Kosten

Der Starttermin für das besondere elektronische Anwaltspostfach rückt immer näher – laut Plan soll es am 29.9.2016 losgehen (endlich!).

Der Deutsche Anwaltverein (DAV) hat deshalb eine interessante Übersicht veröffentlicht: Wie teuer wird das beA für Sie als Anwalt? Und noch wichtiger: Gibt es Einsparpotenziale durch das neue System?

Was kostet das besondere elektronische Anwaltspostfach?

Die Kosten für das beA lassen sich wie folgt aufteilen: zum einen in einmalig anfallende Kosten, z.B. für die Anschaffung eines geeigneten Chipkarten-Lesegeräts oder eines Druckers.

Dem gegenüber stehen jährlich wiederkehrende Kosten, wie sie beispielsweise für die beA-Karten und das Software-Zertifikat anfallen.

Ebenfalls zu beachten ist, dass die BRAK für Entwicklung und Bereitstellung des beA und der notwendigen Technik (Server, Wartung) einen jährlichen Pauschalbetrag erhebt. Dieser Betrag wird auf die einzelnen Anwaltskammern umgelegt.

Diese Kosten für das beA kommen voraussichtlich auf Sie zu

 
Diese Kosten entstehen durch das besondere elektronische Anwaltspostfach

Diese Kosten für das beA kommen voraussichtlich auf Sie zu, Quelle: anwaltverein.de
 

BRAK-Umlage: 10,7 Mio. EUR jährlich

Nach Angaben der BRAK beläuft sich die Umlage für jeden Rechtsanwalt auf zwischen 65 bis 70 EUR pro Jahr. Darin inbegriffen sind Kosten für Entwicklung, Programmierung und Wartung der für den Betrieb des beA-Systems notwendigen Technik.

Rechnerisch ergibt sich daraus ein beachtliches Gesamtvolumen von ca. 10,7 Mio. EUR allein für das erste Jahr – der DAV merkt deshalb zu Recht an, „dass diese Kosten – und damit auch die Umlage – jedenfalls nach der Einführungsphase deutlich gesenkt werden können.“

Ein Lichtblick: Die Kosten gibt die BRAK nicht direkt an die Rechtsanwaltschaft weiter, sondern an die einzelnen Anwaltskammern. Wie diese schlussendlich den von der BRAK geforderten Betrag auf ihre Mitglieder umlegen, bleibt jeder Kammer selbst überlassen.
 

beA und ERV: Gibt es auch Sparpotenzial?

Auf den ersten Blick scheint das besondere elektronische Anwaltspostfach eine teure Anschaffung für jede Kanzlei zu sein. Und weil sie auch noch verpflichtend sind, verwundert es nicht, dass Teile der Anwaltschaft dieser Neuerung deshalb eher skeptisch gegenüberstehen. Sie sind schließlich nicht nur Anwalt, sondern auch Unternehmer. Der wirtschaftliche Erfolg der eigenen Kanzlei ist essenziell – wie profitieren Sie also vom besonderen elektronischen Anwaltspostfach?

Der DAV bemerkt auf seiner Webseite richtigerweise, dass sich „vor allem ein Umstand langfristig auszahlen [wird]: Die Zeitersparnis! Denn mit dem ERV werden Aufgaben wie Ausdrucken, Kuvertieren, Frankieren und der Weg zur Post obsolet. Kommunikationswege werden kürzer, schneller und effizienter.

Dem gegenüber stehen jedoch die relativ hohen Anschaffungskosten im ersten Jahr (Chipkarten-Lesegeräte, Karten, Signatur-Software) sowie die jährlich anfallenden Kosten (BRAK-Beitrag, Kosten für Karten und Zertifikate). Hinzu kommen möglicherweise weitere Kosten für neue Soft- und Hardware sowie Fortbildungen für Sie und Mitarbeiter, die jetzt noch gar nicht abzusehen sind.

Ihre Meinung ist gefragt!

Die Frage, ob durch den ERV und durch das beA Sparpotenziale gegeben sind, möchte ich an dieser Stelle deshalb nicht beantworten, sondern an Sie weitergeben:

Was denken Sie? Wie schätzen Sie die Kosten ein? Und die sich aus dem ERV ergeben Möglichkeiten zu Einsparungen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion – ich bin sehr gespannt auf Ihre Meinung!

Quelle:
anwaltverein.de

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