Personenbezogene Daten: Was ist das?

Immer wieder hört und liest man von „personenbezogenen Daten“ – aber was genau verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff? Wann fallen Daten unter das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), wann nicht?

Personenbezogene Daten: Die Definition

Der Begriff der „personenbezogenen Daten“ wird in § 3 Abs. 1 BDSG bestimmt. Demnach handelt es sich bei personenbezogenen Daten um „Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person.“

Die etwas schwammigen Begriffe „bestimmten“ und „bestimmbaren“ lassen sich mithilfe der Europäischen Datenschutzrichtlinie näher erläutern: Nach Art. 2 a, Richtlinie 95/46/EG wird eine Person als bestimmbar angesehen, wenn sie „direkt oder indirekt identifiziert werden kann, insbesondere durch Zuordnung zu einer Kennnummer oder zu einem oder mehreren spezifischen Elementen, die Ausdruck ihrer physischen, psychologischen, psychischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sozialen Identität sind.“
 

Praxisfall: Der Personenbezug

Daten sind also genau dann personenbezogen, wenn sie eindeutig einer bestimmten natürlichen Personen zugeordnet werden können – das gilt auch dann, wenn dieser Bezug mittelbar hergestellt werden kann (dann spricht man von personenbeziehbaren Daten).

Ich habe einige Beispiele vorbereitet, die Ihnen den Sachverhalt näher erläutern werden.


Manuela Mustermann hat grüne Augen.

Die Angabe „hat grüne Augen“ wird der Person Manuela Mustermann zugeordnet. Damit wird die Information „hat grüne Augen“ zu einer personenbezogenen Information.


Manuela Mustermann besitzt kein Auto.

Auch hier kann die Information „besitzt kein Auto“ eindeutig der Person Manuela Mustermann zugeordnet werden – es handelt sich ebenfalls um eine personenbezogene Information.

Nicht notwendig ist dabei, dass personenbezogene Daten nur Auskunft über körperliche und geistige Merkmale geben. Ausreichend ist auch eine Information, die einen Bezug zu einer anderen Person, einem Sachverhalt, einer Sache oder einem Ereignis herstellt.


Der 4. Bundeskanzler Deutschlands wurde in Lübeck geboren.

Die Information „wurde in Lübeck geboren“ wird auch in diesem Beispiel zu einer personenbezogenen Information. Denn obwohl die Person, um die es sich handelt, nicht namentlich genannt wird, wird sie jedoch bestimmbar. Die Information, dass Willy Brandt der 4. Deutsche Bundeskanzler war, ist allgemein zugänglich.


Ein Bundeskanzler Deutschlands besaß ein Auto.

In diesem Beispiel gibt die Information „besaß ein Auto“ zwar einen Sachverhalt wieder, sie wird aber nicht zur personenbezogenen Information. Denn es fehlt die Bestimmbarkeit der Person, die diese Information betrifft.


Besondere schutzbedürftige Daten

§ 3 Abs. 9 BDSG sieht darüber hinaus eine Reihe an Daten vor, die eine „besondere Art personenbezogener Daten“ entsprechen – Ihre weitere Verarbeitung ist deshalb an sehr strenge Voraussetzungen gebunden.

Zu besonderen schutzbedürftigen Daten zählen Gesundheitsdaten, politische, sexuelle, religiöse oder gewerkschaftliche Orientierungen sowie Informationen über die rassische oder ethnische Herkunft.

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